Mit Rücksicht auf die Groppe

Der Zeitplan für den Bau von Hochwasserschutzmaßnahmen an der Berkel hängt stark von Vorgaben zum Artenschutz ab. So legt die Genehmigung des Kreises Borken fest, dass an und in der Berkel in jedem Jahr erst ab dem 01. Oktober gearbeitet werden darf.

Hintergrund sind Bestimmungen zum Artenschutz, in diesem Fall zum Schutz der Groppe  (auch: Koppe).  Die Groppe ist ein besonders geschützter Fisch und ein typischer Fisch in der Berkel.

Die Groppe ist ein nachtaktiver, bodenlebender Fisch. Sie kann 15 Zentimeter groß werden. Die Groppe besitzt keine Schwimmblase. Deshalb ist sie ein schlechter Schwimmer. Charakteristisch ist ihre ruckartige Fortbewegungsweise bei gespreizten Brustflossen.

Laichzeit der Groppe ist die Zeit von März bis Mitte Mai. Die Eier benötigen etwa 4 Wochen bis zum Schlupf. Im Mai und Juni driften die Jungfische bachabwärts in strömungsberuhigtere Bereiche. So verbreiten sich die Tiere.

Die Groppe benötigt eine abwechslungsreiche Gewässer-Morphologie. Wichtig sind auch ausreichende Versteckmöglichkeiten zwischen Steinen.

Auf Gewässerverunreinigungen mit nachfolgender Verschlammung und Unterhaltungsmaßnahmen reagiert die Groppe sehr empfindlich. Der Eintrag von Sedimenten und vor allem Nährstoffanreicherung generell und  durch Abtrag von angrenzenden landwirtschaftlichen Nutzflächen im Besonderen führt zu einer zunehmenden Verschlammung des Lückensystems der Gewässersohle durch Schwebstoffdrift. Hierdurch werden zum einen unmittelbar die Versteck- und Ernährungsmöglichkeiten an der Gewässersohle beeinträchtigt, zum anderen verschlechtert sich die Sauerstoffversorgung stark.

Genau solche Beeinträchtigungen sind in der Regel mit Baumaßnahmen am und im Gewässer verbunden, zumal an der Berkel mit ihrem hohen Sandanteil in der Gewässersohle. Weil mit den Hochwasserschutzmaßnahmen auch Maßnahmen zum Erreichen eines guten ökologischen Zustandes in der Berkel verbunden sind, ist der Schutz der Groppe kein Störfaktor für das Projekt „!natürlich berkel“, sondern ein notwendiger Beitrag für einen zukünftig besseren ökologischen Zustand der Berkel.

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